Ferienseminar für Begabte in Pegnitz

Ferienseminar Gruppenbild HomepageWährend für fast alle Schülerinnen und Schüler am 27. Juli die lang ersehnten Sommerferien begannen, stand für Elena Wachter vom Kaspar-Zeuß-Gymnasium ab dem darauffolgenden Montag eine ganz besondere Woche an. Sie war eine von 21 Schülerinnen und Schülern, die am Ferienseminar für vielseitig interessierte und begabte Gymnasiasten in Pegnitz teilnehmen durften.

Unter dem Motto „Einsicht entwickeln – Wahrnehmung verändern“ trafen sich 21 Schülerinnen und Schüler in der ersten Woche der Sommerferien im Schülerheim in Pegnitz zusammen mit zwei betreuenden Lehrkräften. Das Ferienseminar richtete sich an herausragende und vielseitig interessierte Lernende aus Oberfranken, die sich mit dem normalen Schulalltag nicht zufriedengeben und Interessen auf Gebieten haben, die in der Schule manchmal zu kurz kommen. Es setzt sich zum Ziel, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Blick über den Tellerrand zu gewähren und neue Perspektiven zu bieten. Schließlich ist schon bei Hamlet zu lesen: „Es gibt mehr Ding […] als eure Schulweisheit sich träumt“.

Der Montag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens: Nach der Begrüßung durch den Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken Dr. Harald Vorleuter, die Schulleiterin des Gymnasiums Pegnitz StDin Annett Becker und den Leiter des Pegnitzer Schülerheims StD Dr. Frank Keller stand bald schon der erste Programmpunkt auf dem Plan, der Elena viel Überwindung kostete. Zusammen mit dem Intendanten des Fränkischen Theatersommers Jan Burdinski sollten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Theaterworkshop kennenlernen. Peinlichkeiten oder Zurückhaltung mussten also schnell abgelegt und überwunden werden. Beispielsweise musste man seinen Namen laut vor allen singen. Sich Bälle zuwerfen und von sich erzählen – nicht mit Jan Burdinski. Hier wurde also schon zu Beginn jeder aus seiner Komfortzone geholt. Nach anfänglichem Zögern wurde allerdings schon in den ersten Minuten schallend gelacht und das Eis war gebrochen. Kreativ ging es auch am Abend weiter, als die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer zu einen Shakespeare-Zitat eine kreative Präsentation erarbeiten sollten. Elena leistete ihren Beitrag mit einer Power-Point-Präsentation zum literarischen Hintergrund. Außerdem schreibt sie dazu in der Seminarzeitung: „Das Zitat verdeutlicht die Unwissenheit der Menschen und will sie ‚auf den Boden der Tatsachen‘ zurückholen. Es hält ihnen deren Überheblichkeit vor. Konsequent wäre es, aus den starren Denkmustern auszubrechen, diese zu hinterfragen und über auch selbst gesetzte Grenzen hinaus zu denken.“

Der Dienstag sollte sich für Elena als persönliches Highlight der Woche entpuppen: Nach dem Frühstück ging es mit einem Lunchpaket nach Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz, wo eine Kajaktour und eine Orientierungswanderung mit GPS-Geräten anstanden. Bei tollem Wetter verbrachte die Gruppe den Tag in der Natur und auf dem Wasser. Das Ziel der GPS-Wanderung waren die Wunders-, die Oswald- und die Witzenhöhle, sodass sich die Schülerinnen und Schüler bald fühlten, als wären sie tausende Jahre in der Geschichte zurückgereist. Ausgerüstet mit Helm und Stirnlampe galt es, die möglicherweise beklemmende Enge zu überwinden, den steinigen Felsboden zu meistern und krabbelnd oder teilweise robbend ins Innere der Höhlen vorzudringen. Durch die ständige Anwesenheit der professionellen Guides konnten jede und jeder seine Grenzen austesten und überwinden.

Ferienseminar Kanu Homepage

Um Kreativität und Kunst sollte es am Mittwoch gehen. Hier gab es verschiedene Workshop-Angebote zum Beispiel zu experimenteller Architektur, englischer Konzeptkunst oder Digitalem Erzählen. Elena besuchte den Workshop zu englischer Konzeptkunst bei der Kanadierin Barbara K. Prokop, die ihr Seminar auch auf Englisch abhielt. Nach einer kurzen Einführung mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst aktiv werden: Sie sollten ein Kunstwerk mit Salz und Zucker kreieren. Auch wenn beide komplett verschiedenen schmecken, sehen sie ja doch fast gleich aus und genau das kann spannend umgesetzt werden.
Am Abend besuchten die Schülerinnen und Schüler die Open-Air-Galapremiere von „Hamlet – Prinz von Dänemark“ der Faust-Festspiele in Pegnitz und erlebten so einen sehr lustigen Abend.

Ferienseminar Workshop Homepage

Der vorletzte Seminartag war den Naturwissenschaften und der Technik gewidmet. Bei einem Besuch der Universität Bayreuth stellte Prof. Dr. Werner Köhler das Physikstudium vor und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bei einem Workshop zur Biotechnik das Demonstrationslabor der Uni Bayreuth nutzen. „Obwohl mich Physik nicht so sehr interessiert, war dieser Programmpunkt dennoch sehr interessant für mich, vor allem weil der Professor so humorvoll war“, zieht Elena ihr Fazit. Ein gemeinsamer Grillabend aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer rundete den Tag zurück in Pegnitz ab.

Mit Medizin, Wirtschaft und Politik ging es am Freitag weiter. Es stand eine Besichtigung des Sana-Klinikums Pegnitz auf dem Programm, bei dem Elena mit den Mitseminaristinnen und Mitseminaristen auch den OP-Saal besichtigen konnten. Ein Arzt hat dabei jedes Gerät und OP-Besteck sehr detailliert und anschaulich beschrieben und erklärt. „Nachdem mir da schlecht geworden ist, war endgültig klar, dass ich nicht in den Bereich Medizin gehen werde nach dem Abitur“, lacht Elena. Nach einer abschließenden Runde mit Feedback zur Woche im Schülerheim Pegnitz begannen dann auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ferienseminar die verdienten Sommerferien.
„Obwohl ich anfangs sehr skeptisch war und mir von dem Seminar nicht viel erhofft hatte, habe ich viel gelernt. Vor allem im Hinblick auf die Berufsorientierung durch den Besuch an der Uni Bayreuth. Außerdem konnte ich viele neue Erfahrungen machen wie etwa im Bereich Schauspiel. Und natürlich habe ich neue Freunde gefunden, zu denen teilweise jetzt noch Kontakt besteht“, fasst Elena ihre Erfahrungen zusammen. Sie würde das Ferienseminar zu 100% weiterempfehlen.

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